Der Teufel am Rhein (repost)

Meine Mutter hat am Rhein den Teufel gejagt
Um mir meine Seele zu retten
Derweil hat mein Vater schwarze Listen geführt
Und jede Nacht schlief ich in eiskalten Betten

Die Sommer haben die Gleise zum Glühen gebracht
wir lagen zwischen schrillen Zikaden
Nach den Zügen haben wir mit Steinen geworfen
Liegend im rotstaubigen Graben

Zwei Schwestern haben mich’s küssen gelehrt
Im Herbstwind zwischen den Reeben
Kaum hat dann der Stadtturm meinen Namen gebrüllt,
verließ ich die Stadt nachts im Regen.

Mit Blechzeug lässts sich rostige Münzen verdienen
Der Rhein stand kupfern in Flammen
Der Teufel hat mich an meinen Augen erkannt
Wir soffen und ertranken zusammen.

Die Augen von Ihm sind so kalt wie das Zeug,
das die Schwestern als Kaffee verkaufen;
im Dornenhof hat er Gesichter poliert
anstatt nur einen einz’gen Tropfen zu saufen.

Die Hände von Ihm sind so hart wie der Pflaster
Zwischen Pornokino und Therme
Die Münzen, die die Kinder vom Brückenrand werfen
Tun von unten so, als wären sie Sterne.

In der Mitte der Nacht hat Er mir ein Lied beigebracht
Es handelt vom Tod und von Maden
Schalalala Schalalala Schalalaschalalalei.

2 thoughts on “Der Teufel am Rhein (repost)

    • Danke, die Nummer ist zwar tatsächlich von Songtexten inspiriert, wurde aber gesprochen vorgetragen. Lyrik ist ohnehin immer sehr musikalisch; von daher kommt auch ein reiz, mit der Musikalität zu spielen und sie „in die Sprache zurückzuholen“. Liebe Grüße

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