Fast sicher

Ich hör dich gern von Heublumen reden Und denk mir, dein Haar röche Wie der Abend damals Als wir zwischen allen Dörfern Einfach zwischen den Ähren uns küssten. deine Augen nur halb geschlossen Du nanntest es Wimpernblick Und ich stellte mir vor Wie all meine Gefühle Sich auf dem Weg in deine Augen Zwischen den Härchen verfingen Du nanntest mich taumelnd. Zumindest zwischen küssen und Luftholen, in dieser Flüstersekunde, In der man kaum Sprechen kann Und nur Wortfetzen findet, Die ...

Zion und Babylon

Zion ist aus Sand gebaut
Und Babylon aus Träumen
Wir sind nicht schlecht,
nur weil wir streben.

Tränen gibt es nur
Wo Hoffnungen uns führen
Wir treiben, das ist und wird
ewig unser Schicksal sein;

Es braucht uns nicht zu fürchten
In Zion können wir schlafen.
In Babylon lässt sich leben.

Wenn sein Leben ein Song wär

Sie fragt: Wie hältst du es aus? In deiner Haut? Er sagt nichts Weil er der Frage nicht traut, Die sich hinter all ihren Fragen aufstaut Sie packt Ein ganzes Leben zusammen Ein Leben aus Schmerz Er schaut aus dem Fenster In seiner Brust schlägt längst Nicht mehr nur noch sein Herz. Und er denkt: Wenn dieses Leben ein Lied wär Dann käm jetzt das Fill-In Mit verzerrten Gitarren Und donnerndem Schlagzeug darin Und nichts wäre so still Wie ein endgültiges „Fick dich!“ Das sie nicht aussprechen ...

Erdrutsch

Ich bin schon wieder in einen Erdrutsch geraten. So nenne ich bestimmte Augenblicke in meinem Leben, in denen mir alles irgendwie abhanden kommt. Und mit „alles“ meine ich nichts Materielles. Ich meine mich. Es begann damit, dass ein Internetunternehmen bei mir zu Hause Kabel neu verlegen musste. Rückblickend empfinde ich das als ziemlich metaphorisch. Dumm war nur, dass die Kabel hinter den Schränken meiner Bibliothek zu verlaufen hatten. Und so räumte ich alle Schränke an einem Tag aus, ...

Dirt in the ground (1/4)

Es fällt leicht, einen Menschen wie Gero Dortmünder zu hassen. Einer, der sich sein Glück nicht verdient hat. Er hatte es zu Geld gebracht, ohne je dafür wirklich gearbeitet zu haben. Solche Menschen gibt es zu viele, wenn man mich fragt. Er lebt in einem großzügig geschnittenen Haus. So eins, wie man es nur aus Filmen oder Katalogen kennt. Die perfekte Einrichtung hat er sich noch nicht einmal selbst hergeschleppt. Da ist kein Schrank selbst aufgebaut. Nicht mal das Modellschiff auf dem Vitrinenschrank ...

Auf ein Wort

Komm vorbei

Auf ein Wort

Das wir uns teilen

Worauf genug

Platz ist für zwei

Das von oben betrachtet

Anders wirkt, wenn

Es vor unseren Füßen liegt

Ein Wort wie ein Weg

Vom Vorbei wo wir stehn

Zum Jetztfängtesan.

Komm auf ein Wort

Darauf ist es nicht

So eng wie man meinen mag

Steht man davor und blickt auf.

Komm vorbei

Ich steh drauf

Und warte.

Was sie Liebe nennen

Sie nennen's Liebe
Und es ist Schmerz.
Sie predigen Lüge,
Ein wahrer Scherz.

Sie treiben Pfeiler
Zwischen uns
Und rufen: Heiler
Wir kenn'n uns aus!

Erzählt mir nichts von
Moral und Leben,
Von Kraft und Mut!
Schweigt mir vom Reden!

Sie sind die Klingen
Dieser Welt
Über die du springst
Wenn du fällst!

Herr, lass es regnen!
Am besten Blut.
Herr, lass es regnen!
Es ist genug.