Fühle

Der Himmel in makelloser Weite Du weißt, wie ich mich fühle Die Konturen der halben Welt Auf den Staub eines Hinterkopfs gezeichnet Mit schwacher Fingerspitze Du weißt, wie ich mich fühle Die Schatten, die an uns kleben Du weißt, wie ich mich fühle In den schwarzen Schattentaschen Haben wir das Reisegeld Zerknüllte Scheine Selbstbemalt mit dem Dreck, Der im Blut war Du weißt, wie ich mich fühle Kaum gerade stehen Der letzte Anstand an den Nächsten Hält uns aufrecht Du ...

Verdunkelung

Kalt türmen die Wolken sich auf langsam vom Horizont rollen einher die sich ballenden Massen Licht fressender Ungetümer Die den Himmel erobern Titanenfäusten gleich schwarz an den unteren Rändern Erobernd das Himmelreich. Kalt schwärzen die Wolken im Windstillen wartet das Land auf den drohenden Sturm Kalt schwärzen die Wolken tünchen die Felder ins Tintentief mit dem Schriftzug, der Sturm verheißt. Diesseits des Sturms harrt die Stille. Jenseits des Sturm Verwüstung. Das Dazwischen ...

Das Jahr der Stürme

Wenn du so mit mir vor der großen Glaswand stehst, dass meine Hände auf deinem schwangeren Bauch liegen und das Zimmer so schwarz ist wie draußen die Nacht über den Wäldern. Wir sehen das Wetterleuchten. Der zwölfte Sturm dieses Jahr schon. Sind wir in die Stürme gezogen? Leben wir, wo die Blitze herkommen? Wir sind den Himmeln ganz nah hier. Unsere Kinder nennen es das Sturmgrollen. Oder Windtrommeln. Die anderen nennen es Unwetter. Dabei ist das hier, wenn überhaupt, Wetter. Echtes ...