Papierflieger: (2) – geschlossene Augen, geöffnete Sinne

Sie drehte sich zu ihm um. Ihre Hände glitten in seinen Nacken und ihm kam wieder das erste in den Sinn,was er damals bei ihrem Anblick gedacht hatte: Mit welchen Worten kann man diese Haare beschreiben? Die sanft fließende Bewegung ihrer Haare bei jedem Schritt. Dieses flüssige Hin- und Her. Ein elegantes Gleiten, bei dem das Licht über den Haarglanz in Wellen tanzte. Jetzt wußte er es, jetzt. Als sie sich ganz langsam näherte. Als ihre Hände seinen Kopf ganz bestimmt zu sich herab zog. ...

Blues in Konjunktiv-Moll

Ich frage mich, ob du würdest.
Ich meine, wenn alles duweißtschonwie wär.
Ich frage mich, ob lächelnd du stürbest,
eines Tags, am Ende des längsten Tags.

Ich frage mich, ob du verstündest.
Ich meine, wenn alles duweißtschonwie wär.
Ich frage mich, ob du einsähst und spürtest
Eines Tags, am Ende des längsten Tags.

Komm zu mir zurück und wir reden darüber
Komm zurück, wir werden schon sehn.
Komm zurück und wir reden wie früher
Komm zurück, mal sehn, wo es hin führt.

 

Signs

Ich lege meinen Arm um dich Ganz nah bei mir zu spürn Die Straße läuft auch ohne mich Woanders hin zu führn Der Regen malt seit Stunden Die Welt in Streifen an Die Fenster durch die Runden Auf unsrer Impressio Lebensbahn There are signs, which way to go There are signs, which way to stay Die Leuchtreklame blitzt Sterne Funkeln in den Tropfen auf der Sicht Verrinnt die Zeit. Komm wir gehen Nirgendwo hin als nur zum Licht. Die Himmel sollen stürzen Kann man überall, warum nicht hier mit mir Gibt ...

Der Teufel am Rhein (repost)

Meine Mutter hat am Rhein den Teufel gejagt Um mir meine Seele zu retten Derweil hat mein Vater schwarze Listen geführt Und jede Nacht schlief ich in eiskalten Betten Die Sommer haben die Gleise zum Glühen gebracht wir lagen zwischen schrillen Zikaden Nach den Zügen haben wir mit Steinen geworfen Liegend im rotstaubigen Graben Zwei Schwestern haben mich’s küssen gelehrt Im Herbstwind zwischen den Reeben Kaum hat dann der Stadtturm meinen Namen gebrüllt, verließ ich die Stadt nachts im Regen. Mit ...

Novemberblues

Draußen wehen die Winde
mir die Worte aus dem Mund
zerfetzt zerbröckeln
die Sätze
und zurück
bleibt ein Taumel aus
Fragmenten und
das kalte Kratzen im Hals.
Herbst um uns,
dichtet sich zu
bis alles im Grau ertrunken
nebelt.

DeltaBlues

Willkommen im Delta
Mit den Füßen im Dreck
Willkommen im Delta
Am Deutschen Eck.

Die Teufel der Mosel
Kennen mich und dich
Die Teufel der Mosel
Vergessen uns nicht.

Wasser in der Kehle
Die Strömung am Bein
Wasser in der Kehle
Und die Kälte zieht über den Rhein

Du hast mich zurück gebracht
In dieses miese Spiel
Du hast mich zurück gebracht
Wir wollten von allem zu viel.

Die Flut überm Kragen
Der Himmel so nah
Die Flut überm Kragen
Das Wasser ist da.