4. Adventskalendertürchen: Wo Träume gemacht werden

„Du stehst dir nur selbst im Weg“, sagte Orloff. Und natürlich hatte er Recht. Aber die Lösung auszusprechen war etwas völlig Anderes als nach ihr zu handeln. Im Radio beendete der Sprecher den Verkehrsfunk und als erstes Lied nach der vollen Stunde setzte „Unchained Melody“ ein. Jeff schauerte es und er dachte: wenn Liz nur nie gesagt hätte, was sie für ihn empfand. Und warum ausgerechnet in dieser Zeit? Warum ausgerechnet jetzt, wo ausnahmsweise alles gut lief? „Weil du es ...

Hotel Delphin (3)

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Und hier geht es endlich zu Teil 3:

 

Ganz leise und ohne das Wasser groß in Bewegung zu versetzen, glitt Nour ins Becken. Sie tauchte unter den kleinen Kräuseln der Wasseroberfläche hindurch, und ihr Körper sah auf einmal ganz zerbrechlich aus. Ein schlanker Alienkörper, nicht geeignet für ein Leben auf dieser Erde, der durch das Unterwasseruniversum glitt.

Erst als sie auftauchte, verwandelte sie sich zurück in die, ...

Feuer

Heute glaub ich, es gibt sie überall:

Feuer, die dich verzehren,

Die die einen werfen wie Konfetti,

Die andern hinterm Herz wegsperrn

Aus Angst, sie zu verliern, dabei

Verbrennen wie ein nie gesehner Stern

Und dabei Funken sprühn

Um die eigne Nacht mit Flammenglitzer

Zu verführ‘n

Und du, die mir sagt, dass 

Nichts mehr heute brennt,

Die ganze Welt nur Asche kennt.

Du, die mit losgelöstem Blick

Sich mit Nebelkerzen schmückt

Sich Schwefelhölzer um den Herzkorb steckt

Drauf ...

Die Brosche (5)

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Und hier nun das Ende der Geschichte:

 

Alessia wartete bereits auf ihn. Sie lehnte mit angewinkeltem Bein und dem Fuß an der Wand neben seiner Wohnungstür.

„Ich hab Bier dabei“, sagte sie. Und dann taten sie beide so, als ob er sie nur deshalb überhaupt rein lassen.

„Du siehst noch mieser aus als letztens.“, meinte sie. Darauf hatte er keine Antwort. Sie saßen ...

Die Brosche (3)

Federice Uboldo war ein traumloser Schläfer.

Er träumte nicht von seinem Vater, der ein Leben lang versucht hatte, aus ihm einen guten und anständigen Menschen zu machen und gleichzeitig immer enttäuschter und resignierter wurde, je mehr sein Sohn schulisch versagte, um dann von den Straßen Genuas immer mehr verschluckt zu werden.

Er träumte nicht von den Studios, in denen er ein- und ausging und den Gewichten, die er stemmte und den vielen Menschen, die bis zum heutigen Tag nicht seine Freunde ...

Die Brosche (2)

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2

Uboldo hatte wenig Freunde. Aber die wenigen waren von der Art, auf die man zählen konnte. Alessia di Vicenco war sogar eine ehemalige Geliebte. Eine von den wenigen Festen und die einzige, mit der er nicht nur verdammt guten Sex gehabt hatte, sondern auch heute noch ganz gut stand. Sie hatte ihn immer gemocht, obwohl er ihr genug Gründe gegeben hatte, ihn zu hassen. Und dafür war er ihr wirklich dankbar. So dankbar, dass er an diesem Abend mit einem wirklich ...

Songbird

Songbird, Songbird
Die Straßen sind weit
Pfeif gegen den Wind
Vergiss die Zeichen deiner Zeit

Songbird, Songbird
Unter dem Wolkenhighway
Ein Bett unter verrosteten Kastanien
Das Verlorensein fühlt sich frei

Songbird, Songbird
Ein einziges Mal in der Nacht
Lege mein Lieben zwischen die Sterne
Ein Traum ist schnell umgebracht

Songbird, Songbird
Nicht nur im dort Oben ist Freisein kalt
Man sagt doch: Reise niemals durchs Schweigen
Aber wenn du reist, suche dir niemals bei irgendwem Halt.

Songbird, ...

Sturmzeit (10) – Ende –

 

„Ich bin bereit!“, sagte Drafi ein paar Mal. Klatschnass gingen sie durch den Sturzregen in Richtung Marktplatz. Damit waren sie die einzigen. Alle anderen kamen ihnen entgegen.

„Der Markt ist geschlossen. Ist keine Marktzeit. Ist Sturmzeit!“, rief ihnen jemand zu.

Drafi brüllte ihn an. Es war ein wortloses Schreien, aus tiefster Seele, unter dem der Andere zusammenzuckte und hastig das Weite suchte.

„Drafi!“, rief Quinn ihm zu. Aber er ignorierte sie weiterhin. „Was tust ...

Sturmzeit (9)

Zum ersten Teil geht es hier

Durch die Luft schwammen düstere Töne. Ein eselköpfiger Mann tauchte plötzlich auf. Er schaute scheel zu Quinn und Drafi hinüber. Langsam tauchte die Nacht die Stadt in ihre Schwärze. Es blitzte kurz. Ein Wetterleuchten. Von der Sommerhitze stieg aus allen Gullideckeln Rauch auf. Der Eselkopf lachte ihnen stumm hinterher. Aus einer Gasse traten Feuergaukler aus dem Dunst.

Direkt dahinter: Musiker mit Dudelsäcken und einer laut lachenden, grölenden Gefolgschaft.

Über ...