Wenn ich mich auseinandersetze

Mit dir

Ich jedes Teil auseinandersetze

Von mir

Und am Ende immer noch ein Teil fehlt

Wir setzen uns wild aneinander

Fügen uns zum neuen Chaos beinander

Werden ein Teilchengestöber

Vorzüglicher Güte

Wenn dann ein Teil fehlt

Von uns

Teilen wir uns die Lücke

Wir zwei

Und setzen uns nicht mit der Suche

Auseinander

Sondern mit uns

Dem Teil aus Teilen

Dem Einen aus Zwei

zu viel zu wenig

Will ich zu viel? Oder zu wenig? Im Leben hängen wie Wolken? Oder Grenzen ziehen wie ein König? Will ich so lange alles kaufen, was meinen Namen trägt, Bis mein Name im Markennamentsunami verschwindet? Oder will ich die ganze Welt sehen und Instagram fluten Mit Erinnerungen, an denen mein Erinnern erblindet? Will ich den perfekten Sound finden für ein perfektes Hintergrundrauschen? Will ich der Stille in stillen Augenblicken das Stillschweigen ablauschen? Will ich mit allen Sinnen in der Sinnlosigkeit ...

Mein fremder Blick

Ich mag den Blick
durch fremde Fenster
In fremde Küchen
Wenn keiner da ist
Nur das Licht
Das ein Stilleben
Einer beliebigen Familie
An einem beliebigen Tag
Einfriert.
Dann denke ich immer:
Wie schön!
Hier wär ich gern einmal Gast
Dann wär nichts mehr fremd
Und nichts mehr beliebig
Und was still wär würd leben.

Steh auf

Steh auf

Deinen eigenen Wurzeln

Vor

Deinen eigenen Kulissen

Unter

Dem auf dich gerichteten Spotlight

Sonst

Spielst du nach anderer Götter Drehbuch

Fällst

In anderer Leben Schicksal

Unter

Fremden Schwertern

Und auf

Ungehörigen Bühnen

Spielt sich’s am schlechtesten.

Kenn deinen Text

Oder improvisier!

Hinter den Kulissen

Lauern die Augen deiner Zweitbesetzung

Wege

Wenn ich vor Wegen stehe
Verstehe ich wegen der Schatten
Die Wegführung nicht
Weil sie mich weg führt
Statt irgendwohin.

Wenn ich vor mir stehe
Versteh ich mir selbst im Weg
Und es formieren sich
Alle vor mir
Die mir einmal wegal waren

Leichtes Gepäck

Wir trugen am Anfang das Leben in unseren Koffern mit uns. Und wir zogen von Tag zu Tag. Immer den Bahngleisen folgend. Wurden wir müde, rasteten wir in jenen Hütten am Wegesrand, deren rückwärtiger Teil von dem Abrutsch der Schotterhalden begraben war. Wir öffneten unsere Koffer und genossen, was wir an Leben darin fanden. Mit der Zeit wurde immer mehr zum leichten Gepäck geladen. Wir hatten begonnen, alles Mögliche zu unseren Leben in die Koffer zu stopfen. Am Anfang lachten wir über das ...

Tausend Leben

Tausend Leben Werden tausendmal gelebt Tausend Leben Tausendmal die Chance, dass man es auch mal versteht. Ein Leben Für meine Tochter aus Diamant Die mit gestochen scharfen Augen Am Weltenstein schärft ihren Verstand Ein Leben Für meinen Sohn, er hat die Macht Die ganze Welt liegt ihm zu Füßen Weil er Probleme frech anlacht Ein Leben Für meine Frau, die Zauberin Durch jede Faser braust Magie In jedem Sternenrausch, ein Djinn. Ein Leben Für die Familie aus Granit Nichts kann ihr Widerfahren Sie ...

Filter

Leg dir für heute einen Filter übers Leben Wenn es nicht mehr anders geht, Wenn die Sonne zu hoch steht Am besten einmal zu viel Licht darüber legen. Neig deinen Kopf für heute kurz mal schräg Weil es nicht mehr grade geht Weil sich alles heut verdreht Dreh deine Runde über den leuchtend grellen Weg Was solln wir heute bleiben? Alles ist auf viel zu weit gestellt Zu viele Farben haben das Perspektiv verstellt Und unser Tag soll heute drunter leiden? Dreh kurz den Himmel auf weiß-schwarz Stell ...

Synästhetic

Fühlt sich grad an Als wären alle Worte im Kopf Schmetterlinge in etwas zu Starken Sommerwindwirbeln Fühlt sich grad Alles andere als gradlinig an In meinem Kopf schwirren Bilder von dir wie Maikäfer Um Lichtwolken herum Die durch taugesprenkelte Lilanächte in Erinnerungsfetzen Verklumpen, Die vor lauter Geschwirre Undurchdringlich schwarz werden. In meinem Brustkorb klingt es Wie mit der gewaltigsten Kraft Der Erde gegen die dickwandigste Goldglocke gedroschen Dröhnende Ununterscheidbarkeit Zwischen ...