Feuer

Heute glaub ich, es gibt sie überall: Feuer, die dich verzehren, Die die einen werfen wie Konfetti, Die andern hinterm Herz wegsperrn Aus Angst, sie zu verliern, dabei Verbrennen wie ein nie gesehner Stern Und dabei Funken sprühn Um die eigne Nacht mit Flammenglitzer Zu verführ‘n Und du, die mir sagt, dass  Nichts mehr heute brennt, Die ganze Welt nur Asche kennt. Du, die mit losgelöstem Blick Sich mit Nebelkerzen schmückt Sich Schwefelhölzer um den Herzkorb steckt Drauf ...

Fast sicher

Ich hör dich gern von Heublumen reden Und denk mir, dein Haar röche Wie der Abend damals Als wir zwischen allen Dörfern Einfach zwischen den Ähren uns küssten. deine Augen nur halb geschlossen Du nanntest es Wimpernblick Und ich stellte mir vor Wie all meine Gefühle Sich auf dem Weg in deine Augen Zwischen den Härchen verfingen Du nanntest mich taumelnd. Zumindest zwischen küssen und Luftholen, in dieser Flüstersekunde, In der man kaum Sprechen kann Und nur Wortfetzen findet, Die ...

Was wär ich ohne Kalender?

Was wär ich ohne Kalender? In welchem Tag würde ich leben? Wann hört der Tag auf, wann endet er, warum holt niemand den Müll heute ab? Ein Tag fühlt sich auf einmal an, als wären alle Konturen nur mit brüchiger, grober Kreide in ein dunkelgrünes Leben gezogen. Selbst die Straße ist kariert. Die Wegführung: hoffnungslose Graphen mit unlösbaren Funktionen. Man geht nicht mehr, man taumelt. Hinein in schäbige Absteigen, wo die Musik aus den Lautsprechern klingt, als säßen dickbäuchige ...