Auf ein Wort

Komm vorbei

Auf ein Wort

Das wir uns teilen

Worauf genug

Platz ist für zwei

Das von oben betrachtet

Anders wirkt, wenn

Es vor unseren Füßen liegt

Ein Wort wie ein Weg

Vom Vorbei wo wir stehn

Zum Jetztfängtesan.

Komm auf ein Wort

Darauf ist es nicht

So eng wie man meinen mag

Steht man davor und blickt auf.

Komm vorbei

Ich steh drauf

Und warte.

Synästhetic

Fühlt sich grad an Als wären alle Worte im Kopf Schmetterlinge in etwas zu Starken Sommerwindwirbeln Fühlt sich grad Alles andere als gradlinig an In meinem Kopf schwirren Bilder von dir wie Maikäfer Um Lichtwolken herum Die durch taugesprenkelte Lilanächte in Erinnerungsfetzen Verklumpen, Die vor lauter Geschwirre Undurchdringlich schwarz werden. In meinem Brustkorb klingt es Wie mit der gewaltigsten Kraft Der Erde gegen die dickwandigste Goldglocke gedroschen Dröhnende Ununterscheidbarkeit Zwischen ...

Altbauliebe (Wien)

Sie flüsterte weich und farblos halb verschlossen die Kerzenaugen flüstert Sehnsucht, ein heiliger Schmerz, lächelnd. Sie berührt warm und glücklich meinen Blick mit ihren Fingerspitzen, glaubt selig, ein raues Empfinden, zu sein. Aus unter den Dielen ertönen die Melodien Aus unter meiner Haut ertönt das rinnende Blut. Natürlich spielen sie da unten Chopin durch die Altbauhäuser spielen durch die halb geöffneten Fenster in die halb geöffnete Altbaunacht. Natürlich fließen Elfenbein klänge durch ...

Das nicht kitschige Liebesgedicht?

Das Gedicht von mir, das am ehesten nicht kitschig über Liebe spricht, sollte eigentlich gar nicht von Liebe handeln. Es ging um die Frage, warum mir eine bestimmte Stadt in Deutschland überhaupt nicht gefällt. Und nach unzähligen Antworten, die ich schon gegeben hatte, kam irgendwann: die Stadt gefällt mir nicht, weil ich nicht das Gefühl habe, dass man hier jemandem romantisch begegnen kann.  Alles ist so einfallslos und lieblos, dass Romantik hier nur um Konjunktiv, im "was wäre wenn" ...

Nocturn (Triptychon)

I. 19:00 Uhr Einmal bleibe ich Mit meinem Blick fest auf dich gerichtet. Einmal geh ich nicht Wieder fort und lasse mich selbstvernichtet zurück. Einmal glaube ich Nicht an Gott, an uns. Und wenn die Zeit Noch tickt Wer weiß ...!? II. 23:10 Uhr Im Rausch Der Sinne dem Traum Ergeben! Im Rausch, Blut gezählt und vergeben, Das Ich im Exil Im Fluchtwagen Im Rausch Sinnenumwölbt Sirenenumzuckt Dein sichelförmiger Leib Biegt sich, es hebt Der Wind an den Pfeilern der Welt, die für immer in ...

Astronautin

Du stehst jetzt hier vor mir und sagst Was hätten wir Planeten erobern können Was hätten wir zusammen nicht alles bewegt. Ich hänge an deinen Lippen, du hängst an mir. Du bist schön, wenn du die Lippen bewegst, schön, wenn deine Haare sanft fließen, schön, wenn du beim Sprechen den Grund deines Sprechens vergisst. Du bist ein anderer Mensch, stehst du am Fenster Den Blick auf das dunkle da Draußen gerichtet Wenn in dem Glas vor deinen Augen Sich das Sternenlicht von fremden Galaxien bricht. Du ...