Buchenwald (3)

Ich bin eingeschlafen, als ich zu Hause ankam. Und da war sofort dieser Traum. Wie ich aus der Tür trete. Hinter mir blieb das große, pechschwarze und undurchsichtige Ewigwabernde zurück. Ich trat von der Wärme hinaus in die grelle Kälte. Stand auf einer unendlich weiten Fläche voller Kieselsteine. Die Luft schmeckte staubig, steinig, ähnlich wie Kalk. Ich hob einen Stein auf, einen der Weißen. Jnd ich sah, dass das Weiße sich wie Kreide abwischen ließ. Ich sah auf, schnürte mir den ...

Der Wald

Setz dich zu mir hin, Baby, hier zu mir an diesen Baum hier träumte schon vor tausend Jahrn der Wald den großen Traum. Setz dich zu mir hin, Baby, leg deinen Kopf ruhig her hier brennt’s noch lange nicht, nein hier ist die Luft noch nicht zu schwer. Setz dich zu mir hin, Baby, und ruh dich mit mir aus. Die andern sollen schrei’n und tob’n Der Kampf holt sie schon aus dem Grünen raus. Setz dich zu mir hin, Baby, das letzte Stückchen Lebenswert dort vorne ist die Grenze aber hier ist’s ...

Nebel

Der Nebel

Sanft vor dem Tag

Sacht der Röte

Kraft nimmt

Dem Morgen

Den Atemhauch

Zum Negligee webt

Worin

Der Busen des Waldzugs

Sich wölbt vor Lust

Heiß glühend

Dir septembrisch entgegen

Voll Lust

Dir den Aufstieg

Zu süßen

Mit gierigem Wehn

Umschlingt das Nebelkleid

Dir deinen Leib

Fasst heimlich dich an

Stark bebt

Er dir durch die Glieder

Stilles Glück mit meinem Sohn

Wir sitzen auf der alten Brücke
Werfen Steine in den Bach
Deine kleinen Beine schuckeln
Der Wald wird langsam wach

Der Morgenwind gesellt sich her
Bläht einen Blühtenschirmchenschwarm
Legt über uns den Himmelsatemflair
legst dein Köpfchen an meinen Arm

Lass uns blau den Himmel
Über uns hin ziehen
Lass uns der Welt ihr Sommerzimmer
Glücklich heut beziehen

Du und ich und diese eine Sekunde
Dieses eine Tiefgefällt
Deine Träume zeichnen bunte
Kritzelstriche um uns in die Welt

Wär ich ein Baum

Wär ich ein Baum,
Ich wüchs dir einen Schatten
Worin du Ruhe fändest, Kraft
Und Träume von Arkadien

Wär ich ein Land,
Ich röch nach feuchter Erde
Nach frischem Moos,
Das dich betört.

Wär ich die Welt,
Ich hielt die Luft an nur für uns
Und für den einen Augenblick
Da wir uns im Regen küssten unter Eichen

Das Jahr der Stürme

Wenn du so mit mir vor der großen Glaswand stehst, dass meine Hände auf deinem schwangeren Bauch liegen und das Zimmer so schwarz ist wie draußen die Nacht über den Wäldern. Wir sehen das Wetterleuchten. Der zwölfte Sturm dieses Jahr schon. Sind wir in die Stürme gezogen? Leben wir, wo die Blitze herkommen? Wir sind den Himmeln ganz nah hier. Unsere Kinder nennen es das Sturmgrollen. Oder Windtrommeln. Die anderen nennen es Unwetter. Dabei ist das hier, wenn überhaupt, Wetter. Echtes ...