Die Hündinnen

Die Hündinnen
auf dem Weg über die Mauersteine
ihnen klebt Mondlicht in den Fellen
sie marschieren
heim

Gestürzte Laternen
in ihren Augen und die Straße
mit all ihren Häusern upside-down
Geht dieser Trupp auf hängender Welt
über Schluchtenhimmel

An den Enden
laufen alle Linien zusammen
Hinter jeder Hündin eine Schwester
Unter jeder Pfote ein Stein

 

Traumgesichter

Zahlreich die Gesichter
und jedes: Du.
jedes ein Spiegel
in den Träumen lächeln sie
augenlos
treiben stumm kreischend über der Zeit
auf ein Feld zu,
dort baut sich die Ewigkeit selbst,
ganz erhaben und fruchtbar.

Jedes Gesicht sieht dir ähnlich
spricht mit deiner Stimme
mir zu
– während gebaut wird –
es sprechen Vergebung, Leben und Sehnsucht
und dann einen Namen
der fern von der Menschlichkeit klingt
vom Wind erlöst wird

Lass uns schweigen.
Lass uns atmen.
Lass uns.

Brandschutz

Es war einmal ein kleiner Mann Der tat sich groß, der macht sich breit Ruft laut und glaubt, er wär gescheit, Und folgt den andern Kleinen dann. Wenn was auf Transparenten steht, und’s gar sehr laut von statten geht, dann steht man an dem rechten Platz Und merkt sich brav den rechten Satz. Und überall ist man voll Sorg, Arm in Arm, ein tröstend Wort, ein wenig Alkohol im Spiel, doch nur zum Geifern, nicht zuviel. Wenn dann Plakate hochgestreckt Worauf auch Schimpfwörtchen versteckt, wenn ...

Noire _ eine Vernichtung

Noire und du wirst ein Gefühl sein wirst ein Teil sein, eine Nacht wie ein Schimmer ein Blick ohne Augen durch all die Wände hindurch Noire Du wirst mein sein und du wirst bereit sein bereit um zu tanzen im sanften Gelbschimmer wo ich dir singe zwischen all den Träumen zwischen all den Gedanken und dein Gesicht wird ein Bild sein in eimem See eingefangen zwischen Boden und Grund ein Gedanke - verschwendet sein weil du nicht ausgesprochen wurdest weil du nicht mal Wort bist. Noire noch ist Zeit bis ...

Die Pendlerin

Du hast deinen träumenden Ausdruck Im Bett kurz vor dem Aufstehen Liegen lassen und eilst nun Mit hastenden Schritten Zu dem Zug, der dich Fort bringt: Zu dem Zug, der nach draußen fährt Aus deinen Adern hinaus Hinter die Stadt. Bald blickst du aus dem Fenster In die Häuser und auf die Gassen Und erinnerst dich nicht mehr An den Teil von dir, der auch einmal das war, was du gerade siehst. Aber du fühlst es, sonst würdest du nicht – und winken sonst würdest du – und denken Adieu Und kämst ...

Es reicht ein Streichholz

Es reicht ein Streichholz
in diesen trockenen Zeiten
Um ein reichliches Feuer
Vom Kopf in die Weiten
Springen zu lassen.

Hach, sieh wie die Funken sprüh’n
Meinungen aus konstantem Verglüh’n
Handlungen aus konstantem Zorn
Die Dämmerung, wieder sichtbar von vorn.

Einem Freund (J.)

Mein Freund,
der vergisst einen Schatten zu werfen,
Licht nicht mehr mag,
vergib dir selbst, ein letztes Mal.

Mein Freund,
der wenn er denkt, das Atmen genießt,
reinste Luft,
verlassen von Bild und Ton

Nicht mehr einsam
nur allein mit sich selbst.

Sonnenstand

Von der Sonne zu weit entfernt
verlor ich mich selbst
und hoffte, gefunden zu werden.

Unter den Erden
Dem Ende so fern wie den Wolken
wie den Himmeln

und mit Handschlag und Lächeln
Tag um Tag Pakt für Pakt besiegelt

Wo die Schatten entspringen
verschwinden die Grenzen fortan
zwischen Schatten und Leib

Zu weit von der Sonne entfernt
Zu weit um zu finden
um gefunden zu werden

Hier verliere ich höchstens die Zeit
und die Zeit verliert mich.

Ich weiß nicht, wem die Angst gehört

Ich weiß nicht, wem die Angst gehört. Sie ist losgelassen in den Straßen im Land. Du kannst nicht mehr richtig denken, weil die, die immer dafür da waren, dass sie für das Land gedacht haben und Experte darin waren, den Leuten vorzudenken, auf einmal nur noch Mist reden. So als habe die Angst zuerst Bei ihnen das Denken aufgefressen. Ich weiß nicht, wem die Angst gehört. Du kannst nicht mehr klar denken, weil überall alle in Panik sind sie laufen zwar nicht durch die Welt weil sie nicht ...