Petrarca (i)

  Es liegt im Glanz der Augen stolz ein traurig Fleck Verborgen; funke nur: dass ich entzündet bin als wären tausend Sterne, perlengleich darin, ein Morgenstern erwacht, doch ach, zu welchem Zweck? Du trägst in deinen Augen, die Glut, die jede Nacht entbrennt voll gleissend Kraft, und mir die Sinne raubt mich schwächt, als wär mein Seel, verloren, wie umbaut von grenzenloser Hüll, ein Leib, der nach dir schmacht’t. Wie wär mein Fühl’n, wenn nur ein einz’ges Mal du kämst mit ...

Silberne Band (Blues)

Bitte glaub mir, ich weiß nicht, was geschieht Seit heute Morgen Spielt die silberne Band ihr Lied Unruhig geschlafen Mit dem Vollmond im Gesicht Es ist dieser Sommer Der uns einfach nicht vergisst. Die staubigen Straßen Singen vom Horizont und vom Meer Ihr treibend synkopischer Rhythmus, sagst du, sei alles andre als fair. Und siehst du einen Mann auf der Straße, Der mit den Fingern einfach so schnippt. Ja, siehst du diesen Mann auf der Straße, Der vor die eigenen Schritte nur blickt Siehst ...

Zwischen den Zeitenzeilen

Der, den man nicht sah, den man hörte in den Liedern der Alten zwischen all ihren Tönen so sublim, dass er dem Auge dem Wort und dem Geist fremd war, fremd wie ein Geist. Von Geist und Seele erfasst ein Wanderer zwischen Gefühlen im Spiegel ein Hauch nur im Gedanken ein Augenblick, der vergangen, noch ehe er ist. Der, der nur sein wollte und der nicht war so lange man ihn vergaß. Der, den man nicht sah, den man hörte in den Liedern der Alten Als hätten sie ihn gekannt und hineingelegt in ...

1000&1 Deal

Bajedere Ich kauf mit klingender Münze in der untergehenden Währung Tausendundein goldener Worte den Anblick deines tanzenden, schlangengewundenen Leibs. Im Zimbelschlag  winden deine Arme sich entlang des Himmelsrands Schlingen sich um den nebligen Dunst der über dein goldenes Angesicht rauscht jeder Wimpernschlag weckt wie durch sanft die Luft teilenden Flügelschlag eines anmutig gleitenden Vogels, das sanftmütig kreisende Angesicht engelsgleich gleissender Glanzlichtlibellen, die Funken ...

Kunst

In den Tropfen
Auf gefallenen Blättern
Kann man lesen
Wie auf Bildern.
Sorglos
Erstrahlen auf ihnen
Alle Farben in natürlicher
Reinheit
Alle Geschichten in unfassbarer
Klarheit
In den Regentropfen
Sich zu suchen
Auf der Suche nach ihnen
Nicht zu ertrinken:
Das ist die Kunst.

Einem geliebten Menschen

Man trägt sie
zu ihren Booten
und lässt sie abwärts treiben.
Die blassen Gesichter
zucken und lächeln
im Schein der Kerzen,
die flussabwärts
bereits entgegen der Strömung
ihnen zu Ehren treiben.
Weinende Kinder;
die Toten verlassen die Stadt.

Midas

Dein Auge beherrscht mich Vergib mir das Feuer Alles, was ich berühre ist Asche, wird Staub Es erklimmen Schmerzen das Herz; unter dem Fleisch ist es kalt Bis dein Blick sich auf mich und er mich richtet Dein Auge regiert über bleierne Tempel, über ein Volk, das im Blut lebt, ein Volk in der Haut, über vergessene Länder über denen die Hand schwebt regierst über Ort über Zeit Was ich bin, was ich war, was ich werde Regierst über Hoffnung Regierst über mich Dein Auge beherrscht mich vergib ...