Ich gestehe

Ich gestehe: ich gehe in Antiquariate, Nicht etwa um zu kaufen. Zum Riechen. Ich tauche gerne durch den Geruch Der entsteht, wenn sich Staub Allmählich auf die Jahre legt Wenn leicht die Feuchtigkeit Jahrzehnte tränkt Hartes Sonnenlicht die Farben dämmt Durch Sütterlinlettern, Die kratzbeinig stehn, Längst tote Gedanken Majestätisch wieder auferstehn Durch Ölgemaltes Und Lederverschnürtes Erblick ich Hartholverziertes Worin ich träume, eines fernen Tags Quarthefte zu finden ...

Steh auf

Steh auf

Deinen eigenen Wurzeln

Vor

Deinen eigenen Kulissen

Unter

Dem auf dich gerichteten Spotlight

Sonst

Spielst du nach anderer Götter Drehbuch

Fällst

In anderer Leben Schicksal

Unter

Fremden Schwertern

Und auf

Ungehörigen Bühnen

Spielt sich’s am schlechtesten.

Kenn deinen Text

Oder improvisier!

Hinter den Kulissen

Lauern die Augen deiner Zweitbesetzung

Zieh!

Ich warte

Auf deinen Zug

Reagiere

Auf deinen Move

Verlasse

Dein sicheres Feld

Wir nähern uns

Der Antwort:

Wer ist der Sieger

Und wer ist der Held

Große Fragen

Kleine Leben stellen große Fragen Heben Welten aus den Fugen Große Leben wollen alles sagen Wissen doch selbst nicht, Wohin einst ihre Antworten sie trugen. Kleine Leben stellen Großes her Ordnen Großes um mit kleiner Kraft Großen Leben fällt das Kleinste schwer Weil kräftig ihnen alles rührt Und Chaos ihnen jede Ändrung schafft Kleine Leben denken groß großes Leben in Kanälen Ach Gott, wie denkt man denn bloß? Fragt sich jede Seite anstatt das Große mit dem Kleinen zu ...

Mit meinem Kind über den Tod reden …

Was ist der Tod? Ich erinnere mich noch daran, wie ich mir selbst zum ersten Mal diese Frage gestellt habe. Und wie ich mich auf die Suche gemacht habe, eine Antwort zu finden. Ich muss wohl so alt wie du gewesen sein. Nein warte, ein Jahr älter. Ich ging nämlich schon zur Schule. Und ich ging schon alleine auf dem Schulweg. Naja, alleine, ich meine mit anderen Freunden aber nicht mehr mit meinen Eltern. Es war auch kein besonders weiter Schulweg und es gab auch nur eine einzige gefährliche Stelle. ...

Lass uns ein paar Fehler machen

Lass uns ein paar Fehler machen, wenn's schief geht, läuft's perfekt. Dann haben wir keine Story zum Erzählen, aber immerhin was gemacht. Lass uns ein paar Brücken bauen, wo niemand auf die andre Seite will. Im schlimmsten Fall stellt man sich drunter, hält der Regen nicht mehr still. Lass uns Steine aus Mauern schlagen, wo sie sagen, die hätten tragende Funktion. Wenn's mies läuft, stürzt der Himmel ein, dann gibt's auch keine Wollenkollission. Lass uns einmal lachen, wo es wichtig wird ...

Der freie Platz

Ach höre von fern
Legt Die Uhr einen weiteren Schlag
Dass niemand sich wundert
Dass der Blitz erst nach dem Donner
Über uns kam

Ach sieh
Es wird Frühling im August
Die Erde taut auf, schmilzt uns
Unter den Füßen hinab
In den Himmel

Dass niemand sich fragt
Dass der Mond nun um einen
Leeren Platz kreist

Dass niemand sich fragt
Dass hier so gut ein Ort wär
Wo man Leben könnt

Wenn man denn gut
Leben könnt

Der Irrtum

Wir bilden uns ein, wir würden vor unseren Ängsten fliehen.

In Wahrheit gehen wir ihnen voraus ins Tal der Sicherheit und erlauben ihnen, es einzunehmen.

Wir bilden uns ein, wir würden uns unseren Ängsten stellen.

Tatsächlich stehen wir ihnen entgegen, um zu erkennen, dass es doch nicht mehr als Schwierigkeiten waren. Kleinwüchsige Hindernisse mit lächerlich groß geworfenen Schatten.

Lesen, Schreiben, Denken, Weltverstehen

Lesen- und Schreibenlernen bedeutet ein aktives Verändern des Denkens und betrifft die Entwicklung der Person insgesamt. Kinder sind neugierig und sie sind Entdecker. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes Wissenschaftler. Sie schaffen sich ihr eigenes Wissen. Am Anfang vertrauen sie auf uns Erwachsene und wir bieten ihnen Lernumgebungen. So funktioniert das grundsätzlich. Als ich in einem Haus wohnte, worin es viele Treppen gab, war meine Tochter die erste in der ganzen Kindergartengruppe, die ...

Pfingsten

Sprich mit einer Zunge Tausend Sprachen Und ein Wort Trag mit weiten Flügeln Goldne Wahrheit fort. Dass die Welt erblüht Im Wahrheitslichtermeer Lieber noch ist jener Jünger mir Der den beseelnden Geist abwehrte Der da sprach: nein, lass mir Diesen Platz im Herz voll Leere Tausend Ohren will ich haben Tausend Sprachen zu verstehn Tausend ungelöste Fragen Und tausend Wege zu begehn Lieber bin ich auf der Suche Das wär mir meine Religion! Welchen Zweck hätt mir ein Glaube, Hätte ich Gewissheit ...