Schlaf – Triptychon

I. Du bist mein Weg. Dein Name ist mein Nachtgebet, das ich zu den Wolken spreche. Schwarz liegt die Nacht im Scheinwerferlicht meines Bettes. Du bist das Augenschließen, ein Grund, ein Boden für jeden Schritt Ich flüstere dich leise, damit ich nicht erwache.   II. Geträumte Wirklichkeit ein Kleid aus deiner Stimme, wie ein Lufthauch in der Handfläche; eine Stimme, so hell, erwartet mich im Zwischenreich der Zeit. Du bist der Finger, der meine Traumtränen fängt.   III. Du ...

Der Krebsgang – niemand muss allein

Wie Motten durch die besten Kleider, es frisst sich durch zehntausend Leiber. Wie das Wasser, das den Sand abträgt, kaum ein Sandkorn, das den Sog erträgt. Und wir kommen, um dir beizustehen Hände halten, stumm das Unverständliche verstehen Wir kommen, um die Angst zu jagen Fenster öffnen, niemand muss allein die Schwere tragen. Du erzählst, dass du beginnst zu reden, jede Nacht, du redest um zu überleben, du sprichst es an mit seinem vollen Namen nicht um es zu verfluchen, nur um es zu warnen! Und ...

Es wird vereitelt

Die Welt trägt ein Kostüm aus angespannten Nerven Es zucken, zucken die Muskeln An allen möglichen Stellen Die Haut ist zu eng über den Erdball gespannt. Sie hat sich zu ritzen begonnen Die austretende Lava allerorts Schafft Erleichterung Unter allen Oberflächen brodelt die Angst Lasst uns die Horizonte enger schnüren Uns von Dummheit aus Prinzip Zum eignen notorischen Abgrund führen Lasst uns Bühnen baun aus Ignoranz Lichter aus, nur Spot(t)lights an Musik! Spielt auf! Zum Neurotic-Totentanz! ...

Asyl der Zyniker

Evakuiere deine Seele
Niemand gewährt ihr Asyl
heutzutage
Kein Freund weit und breit
So lange die Ironie brennt.

Was tun sie jetzt?
Die Blinden, die Stummen?
Sie bekämpfen die Dummheit
mit Schweigen und Ignoranz!
Amen,
es wird getan.
So lange die Ironie brennt.

 

Die eine Nacht – Ballade

Ihm hatten sie beigebracht, Das Leben sei hart Geschenke werden nicht Einfach so gemacht Sei dankbar für das, Was du hast Und was dir fehlt, Das brauchst du nicht! Das Ende der Straße, Der größte der kleinen Gedanken, Das sind die beiden Enden der Welt. Man hatte ihr beigebracht, Das Leben sei leicht Wie eine Feder auf Licht Die Karten verteilt Nicht jeder hat ein Full House Doch mit dem Royal Flush Vergisst man auch das. Du funktionierst Automatisch nur weil du bist, Dein Leben ein Glücksfall ...

Wir sind das Volk aus purer Gegenwehr

Wir sind das Volk aus purer Gegewehr, und wollen was, wo man dagegen wär, wär es nicht schön, wenn man dagegen sehr gut säh, wofür man wirklich wär. Man will nicht einfach weiter gehen Und niemand bleibt gern einfach stehen Die Linken will man nicht verstehen, die Rechten will man nicht mehr sehen Die Presse lügt, weil sie das muss Und wer nicht lügt, der redet Stuss, Dann, wer stets schweigt nur aus Verdruss, Gilt dieser nicht als hohle Nuss? Da ist es leicht, sich zu entscheiden, man ...

Engel sein

            Ein Bett in den Wolken                                                Gebaut aus gleissendem Licht                                    Im blauen Himmel verborgen                                    Kein Horizont mehr in Sicht   Es geht nicht darum, ein Engel zu sein Wäre es so: Wir hätten nicht viele Chancen gut für uns genutzt dann. Es geht nicht darum, ...

Nachttau

Davongetrieben –
es schmilzt der Winter
in der Zeit,
vergib mir das Eis
und die Kälte.

Die Nacht gehört nur den Sternen
in deren weiten Wassern
wir segeln –

Es naht der Moment
Sonnen, die die Zeit betreten
Blühen beginnt

Sterne und Mond
belebt und Schatten und Licht.