So ein Mensch

So ein Mensch, der gelebt hat, Im Sterben aber gegen den losen Stein eines Damms fällt, Dessen Tod dann die Flut bringt, Und nunmehr nun nicht mehr Als ein Anstoß geworden ist: So einer ist in den Augen Der Welle kein Mensch mehr. Auf den Straßen der Republik: Wölfe Mit blutleerem Blick. So ein Mensch, den man brüllend Durch ein Land trägt, mit nichts Als Angst und Hass und Stolz Dessen Tod lauter klingt als sein Name, dessen Biografie Wertloser wurde als seine Beerdigung, so ...

Die Tage des Eisvogels

Stumm wie ein Abend, der über uns niedergleitet, So sanft und gefällig aus dünnstem Geflecht Leicht zu zerreißen mit flüsternder Stimm nur Ein letztes Mal urteilt die Welt gerecht, Wenn um den Körper sie legt die glänzende Gischt So gnädig umschmeichelt das Meer seinen Leib Leicht zu erinnern, schwer zu vergessen Die Winde flüstern im Traum das Wort „Bleib!“ Doch die Klippen stehn absprungbereit Doch die Klippen deuten scharfkantig auf Sturm Und die Lippen beben vor Angst vor der Zeit Hoch ...

Verdunkelung

Kalt türmen die Wolken sich auf langsam vom Horizont rollen einher die sich ballenden Massen Licht fressender Ungetümer Die den Himmel erobern Titanenfäusten gleich schwarz an den unteren Rändern Erobernd das Himmelreich. Kalt schwärzen die Wolken im Windstillen wartet das Land auf den drohenden Sturm Kalt schwärzen die Wolken tünchen die Felder ins Tintentief mit dem Schriftzug, der Sturm verheißt. Diesseits des Sturms harrt die Stille. Jenseits des Sturm Verwüstung. Das Dazwischen ...

Das Jahr der Stürme

Wenn du so mit mir vor der großen Glaswand stehst, dass meine Hände auf deinem schwangeren Bauch liegen und das Zimmer so schwarz ist wie draußen die Nacht über den Wäldern. Wir sehen das Wetterleuchten. Der zwölfte Sturm dieses Jahr schon. Sind wir in die Stürme gezogen? Leben wir, wo die Blitze herkommen? Wir sind den Himmeln ganz nah hier. Unsere Kinder nennen es das Sturmgrollen. Oder Windtrommeln. Die anderen nennen es Unwetter. Dabei ist das hier, wenn überhaupt, Wetter. Echtes ...

Marie Mallarmé – Kapitel 4 (3)

ENDLICH geht's weiter: "„Was ist so komisch?“, fragte er sofort nach. Und das konnte Marie natürlich nicht beantworten. „Nun lass mal überlegen, wer oder was an diesem Tisch komisch sein könnte.“, meinte Bernard und beugte sich unmissverständlich mit weit aufgerissenen Augen vor. „Wer könnte es sein?“, wiederholte er gedehnt und beugte sich noch weiter vor, dass Thomeo irritiert zurückwich. ...

nicht weit

Oh, wenn du dich Aus weiter Ferne Zu mir zurück An die Schulter schmiegst, und wenn in deinen Blicken noch ein kleines bisschen die Entfernung blieb, egal ob am Ende des Tages oder am Ende der Zeit ich flüster dir zu, vergiss nicht: wir sind noch immer vom Anfang nicht weit. Ja, wenn es Auch bei uns regnet Sogar in unsrer Wohnzimmerwelt Und wenn uns die größte Sinnflut begegnet, ein Hurricane aus der uns feindlichen Zeit ganz egal ob wir zittern vor Kälte oder erstarrt sind in Ewigkeit Ich ...