Lyrik
Wenn die Welt
Wenn die Welt grad wieder Kopf steht
Mach das Fenster auf und schrei
Reiß dich zusammen lieber jetzt als gleich
Mach die Bühne wieder frei!
Wenn die Welt grad wieder durchdreht
Und der Boden unter dir zerbricht
Leg dir den Sonnenscheim vom Träumen
Draußen im Stadtpark ins Gesicht.
Wenn die Flut kommt
Letzte Sendung
Revolver
Wo wir stehen
Wo wir stehen?
Sieh dich um: auf Eiskristallen
unter Halbhimmeln
zwischen Vergebungen
deren Werte verloren gingen
wie Brotkrumen
Wo wir stehen?
breitbeinig im Niemandsland
Grenzen, die vom Vergessen gezeichnet sind
Mauern aus Bibeln gebaut
kalt wie die Nacht ohne Sterne
Wo wir stehen
sind immerhin wir
und wir halten uns
aneinander
wie Stachelschweine.
Kalt wie die Nacht ohne Sterne
deren Werte verloren gingen
wie Brotkrumen
aus Eiskristallen
von Halbhimmeln
gestürzt
durch Wolken
aus Glas.
Villon grüßt alle Vagabunden
Mich um Kopf und Kragen reden
Früh gelernt
Jede Schlinge einmal Probetragen
Schnell geliebt
Jeden Weg nur gehn, wenn er ins Dickicht führt
Hoch geschätzt
Recht hohe Bäume besteigen um der Welt das Hinterteil zu zeigen
Qualitätsgeprüft
Je höher du steigst, desto lustger sich’s pfeift
Mit der Sitzfleischtrompete
Klingt die Hymne der Menschheit
Gleich doppelt so süß!
Briefe
Briefe sind zum Vergessen.
Das einmal gesendete Wort ist gelöscht aus der Welt.
Das einmal in Worte gepackte Gefühl ist vergraben im Erdreich
Tief in der Finsternis
Jener Kluft
Worin all die geschriebenen und nie versendeten
All die wahren Briefe
Schatten gebären
Schatten der Seele.
Hier warten sie
Auf den Tag ihrer Auferstehung.
Wege
Wenn ich vor Wegen stehe
Verstehe ich wegen der Schatten
Die Wegführung nicht
Weil sie mich weg führt
Statt irgendwohin.
Wenn ich vor mir stehe
Versteh ich mir selbst im Weg
Und es formieren sich
Alle vor mir
Die mir einmal wegal waren