Beine auf Erden

Mit beiden Beinen auf der Erde Und Angst, du könntest dir den Kopf Am bleiern schweren Himmel stoßen Rennst gegen Mauern und drängst Gegen ein Leben aus Gegenwind Hängst an einem Du, das zwischen den Fingern zerrinnt Entdeck doch die Welt aus einem Koffer Greif den nächsten Horizont an der Hand, spring über Zeilen wie Grenzen Entzünde dir selbst deinen Soundtrack Verlier deinen Namen zwischen Fremden Himmeln und noch fremderen Wettern Mit beiden Beinen auf der Erde Musst du dich ...

Zion und Babylon

Zion ist aus Sand gebaut
Und Babylon aus Träumen
Wir sind nicht schlecht,
nur weil wir streben.

Tränen gibt es nur
Wo Hoffnungen uns führen
Wir treiben, das ist und wird
ewig unser Schicksal sein;

Es braucht uns nicht zu fürchten
In Zion können wir schlafen.
In Babylon lässt sich leben.

Penetration (Essay)

Der vorliegende Text stellt mein vielleicht erstes Essay dar. Ich schrieb es mit ca. 16. Man verzeihe die vulgäre Sprache und die Kürze der Gedanken.   Manchmal fühlt man sich wie penetriert. Thomas sagt gern und oft dummficken dazu und meint, was niemand besser als Madonna-Freund Richie in Snatch klasse auf den Punkt gebracht hat: Hunde jagen Hasen, der Verlierer wird gefickt. So richtig gefickt? So richtig gefickt! Dummficken ist eine Stufe weiter. Du wirst gefickt und bemerkst es erst, ...

Bandprobe – (The Road is Mercy)

Wenn man mich ärgern wollte, musste man nur Tom erwähnen. Ich mochte den Kerl eigentlich. Aber er ging mir in letzter Zeit gegen den Strich. So, als ob er einen anderen Takt spielen würde, wie ich. Schwer zu beschreiben. Schwerer zu verstehen. Ich war jedenfalls nicht froh darüber, dass Lew und Liza abgesagt hatten. Aber ich hatte den verdammten Song geschrieben und jetzt wollte ich ihn wenigstens dingfest machen. Das ist auch so eine Sache, die schwer zu beschreiben ist. Musik ist so ähnlich ...

Ruhrgebiet 2019

Das Ruhrmuseum in Essen behauptet, die Menschen im Ruhrpott haben sich immer mit dem Prädikat der Männlichkeit selbstinterpretiert. Hier sei das Malochen wesentlicher Bestandteil der Selbstinszenierung, der Selbsterfüllung, vielleicht sogar des ganzen Selbstes. Fußball, Mantas, Reihenhausromantik, Straßenkinder, Trinkhallen, Industriecharme, Ruß statt Rouge. Und alles läge zerbrochen und im Wandel einbegriffen. Der Mann ist deutschlandweit nicht mehr das, was er einmal war. Männlich nicht ...