Traum

Ich liebe Rätsel. Ich liebe es auch im Dunkeln gelassen zu werden. Also liebe ich auch irgendwie solcherart Träume. Aber nur irgendwie. Denn um ehrlich zu sein ... : "Sei vorsichtig, was du träumst - irgendwann werden sie wahr!" ...

17 – Gerechtigkeit

„Nehmen wir an, wir hätten einen magischen Ring“, fuhr Glauer unbeirrt fort. „Dieser Ring erlaubt uns unerkannt zu bleiben und ungestraft jedes Verbrechen zu begehen. Wer will dann am Ende entscheiden, ob der Träger des Ringes gerecht oder ungerecht war? Ich meine: geben wir den Ring einem Gerechten und geben wir einen gleichfunktionierenden Ring einem Ungerechten. Beide werden gleich handeln. Naturgemäß existiert vielleicht nur das Unrecht und das Erleiden des Unrechts. Gerechtigkeit existiert vielleicht nur als ein gedachter Gegensatz?" ...

Symposium, heiliges Ende

„Rein ist der Boden und rein jetzt aller Hände und Becher Und den gewundenen Kranz setzt uns ein Jüngling aufs Haupt“ So schildert Xenophanes des Gelages heiligen Endes Erinnert sich mein sanft nebelumströmt wohliger Geist. Sturmgleich durchmischt wurden viele Gedanken In Liedern und fröhlich gestimmtem Disput Nun, da die Sonne sich schwebend vom Nachtbett erhebt Und die letzten Töne verklungen, das letzte Brausen verebbt Neigen meinen Wünschen sich die apollinischen Gesellen Und öffnen ...

16 – Alle Leitungen zum Studio sind belegt

Und dann gab es die Frau, die mit trockener Stimme verkündete, kein Staat könne erfolgreich bestehen, wenn alle Regenten nach den Gesetzen des Anstands entschieden. Die Märchen, ja, die könnten noch Welten entwerfen, in welchen Gerechtigkeit immer siegt und einen guten Prinzen beherbergen, der am Ende seines Lebens die Prinzessin erhält, einfach weil er brav die Anstrengungen erduldete. Wunderschön, nicht wahr, lachte Platon. Und er hätte ewig weiter Tonbandaufnahmen abspielen lassen können. ...

Wie wir geworden sind – Essay

Wir leben unsere Leben inzwischen einfach nur vor uns hin. Wir umgeben uns mit Ablenkungen, um das nicht mehr wahrnehmen zu müssen, was uns das offensichtlichste geworden ist: dass das Leben ein gewaltiges Mysterium ist, nebulöser als des Stiefmutters sprechender Spiegel, unlösbarer als die Frage nach dem Verbleib des Nibelungenschatzes. Wir sind Treibgut und führen uns auf wie Luxusyachten. Wir sind Menschen und schweigen regungslos wie Götter.

15 – On Air

"Eine Regierung, die sich auf ihre Kunst versteht wird also nur ihrem Volk das Gute tun ohne selbst einen Lohn davonzutragen.“ „Augenblick!“, warf Terry ein und sein Grinsen hatte bereits etwas an Leuchtkraft verloren. „Das erscheint mir tatsächlich glaubwürdig, Terry. Es würde zumindest erklären, weshalb so viele Menschen kein Interesse an der Politik zeigen, umso weniger, wenn man sie mit keinerlei Lohn für ihre Arbeit ködert." ...