Kinderfänger (4)

Eine Horrorgeschichte baut sich meiner Meinung nach langsam auf (Zum ersten Teil geht es hier). Aber es muss sich ein Konflikt aufbauen, der weitere Hintergrundinformationen bringt. (Zum zweiten Teil geht es hier) Die genannten Konflikte müssen sich verschärfen, der Protagonist muss in die Enge getrieben werden und vor eine Entscheidung gestellt werden (Zum dritten Teil geht es hier). Und damit wären wir auch schon beim vierten Teil. Ist die Entscheidung einmal getroffen, wird es so schnell keinen ...

Kinderfänger (3)

  Den Anfang verpasst? Hier geht es zu Teil (1) Hier geht es zu Teil (2)   „Steig jetzt aus, Lev.“, sagte Onkel Vic so gutmütig er konnte. Lev konnte ihm noch nicht einmal böse sein. Er meinte es ja gut. Mehr als nur der Dorfpolizist war Vic ja auch wirklich der Bruder seiner Mutter. Und als solcher fühlte er sich ganz besonders für Lev verantwortlich und um sein Seelenheil besorgt. Hätte er damals auf Tom und Lev gehört, läge Clementine vielleicht heute noch in ihrer Wiege. Es ...

Kinderfänger (2)

Dies ist der zweite Teil der Kinderfänger-Shortstory. Auf Instagram wurde gewählt, ich soll wieder eine Horrorstory schreiben. Und was eignet sich besser, als die vielen verschwindenden Kinder in einer kleinen Gegend, in der jeder jeden kennt. Außer die Frau mit dem Sportwagen. Zum ersten Teil geht es hier.   „Clementine, wie kann man sein Kind Clementine nennen?“ „Es hat halt jeder einen anderen Geschmack, Schatz.“, Levs Vater kratzte sich unter der Kravatte. „Muss ich das ...

Kinderfänger (1)

Nach der Instagram-Wahl ist die Entscheidung wohl auf "Horrorshortstory" gefallen. Dann wollen wir mal langsam Anlauf holen und das Setting vorbereiten.   Bei jeder Gelegenheit erzählten Levs Eltern, er würde nicht rauchen. Das war so einer dieser Stolz Momente, in denen sie sich so unerträglich sicher waren, dass ihr Kind wenigstens eine Sache richtig machte im Leben. Sie redeten immer von der großen Geschichte. Gemeint war, dass Lev damals mitbekommen hatte, wie sein Großvater bei ...

Friday for Future (essay)

Friday for Future Das Interview, das Anton Hofreiter am 15.3.19 mit dem DLF führte, war höchst spannend. Es war ein Musterstück misslungener Kommunikation; ein rhetorisches Prachtstück wie bei Samuel Beckett. Der Journalist stellte Fragen, Hofreiter verweigerte die Antwort. Seine Begründungen waren zunächst nicht konkret, weshalb er sich denn hier so verweigerte. Erst als ihm vorgeworfen wurde, er weiche aus, also ihm implizit vorgeworfen wurde, er verhalte sich wie doch viel zu politisch-weltfremd ...

Zion und Babylon

Zion ist aus Sand gebaut
Und Babylon aus Träumen
Wir sind nicht schlecht,
nur weil wir streben.

Tränen gibt es nur
Wo Hoffnungen uns führen
Wir treiben, das ist und wird
ewig unser Schicksal sein;

Es braucht uns nicht zu fürchten
In Zion können wir schlafen.
In Babylon lässt sich leben.

Penetration (Essay)

Der vorliegende Text stellt mein vielleicht erstes Essay dar. Ich schrieb es mit ca. 16. Man verzeihe die vulgäre Sprache und die Kürze der Gedanken.   Manchmal fühlt man sich wie penetriert. Thomas sagt gern und oft dummficken dazu und meint, was niemand besser als Madonna-Freund Richie in Snatch klasse auf den Punkt gebracht hat: Hunde jagen Hasen, der Verlierer wird gefickt. So richtig gefickt? So richtig gefickt! Dummficken ist eine Stufe weiter. Du wirst gefickt und bemerkst es erst, ...

Bandprobe – (The Road is Mercy)

Wenn man mich ärgern wollte, musste man nur Tom erwähnen. Ich mochte den Kerl eigentlich. Aber er ging mir in letzter Zeit gegen den Strich. So, als ob er einen anderen Takt spielen würde, wie ich. Schwer zu beschreiben. Schwerer zu verstehen. Ich war jedenfalls nicht froh darüber, dass Lew und Liza abgesagt hatten. Aber ich hatte den verdammten Song geschrieben und jetzt wollte ich ihn wenigstens dingfest machen. Das ist auch so eine Sache, die schwer zu beschreiben ist. Musik ist so ähnlich ...

Sorry Greg, das Leben gibt’s nur Scheibchenweise – (3): Sorry über Internetcomics

Nach Teil (1) und Teil (2) von Haerzenswort, geht es endlich hier weiter: Christine sagte mir, dass ich mir nicht den Kopf zu zerbrechen bräuchte. Sie zeigte mir, um ihre Worte zu bestätigen, ein Bild auf ihrem Handy. Ein Comiczeichnung aus Amerika, meiner Meinung nach ganz offensichtlich von einer Frau gezeichnet, die Probleme damit hatte, zu sensibel zu sein. Der Spruch, den mir Cristine auch laut vorlas und sofort übersetzte, so als ob ich das nicht auch gekonnt hätte, lautete: „Manche ...

Wenn sein Leben ein Song wär

Sie fragt: Wie hältst du es aus? In deiner Haut? Er sagt nichts Weil er der Frage nicht traut, Die sich hinter all ihren Fragen aufstaut Sie packt Ein ganzes Leben zusammen Ein Leben aus Schmerz Er schaut aus dem Fenster In seiner Brust schlägt längst Nicht mehr nur noch sein Herz. Und er denkt: Wenn dieses Leben ein Lied wär Dann käm jetzt das Fill-In Mit verzerrten Gitarren Und donnerndem Schlagzeug darin Und nichts wäre so still Wie ein endgültiges „Fick dich!“ Das sie nicht aussprechen ...