Papierflieger: (1) – Realität

Es gibt ja viele Scetche, die zeigen, was Leute tun würden, wenn sie die Macht eines Yedi hätten. Einen fand ich besonders witzig, weil das einzige, was der Alltagsyedi tat, war, Dinge oder Menschen hochzuheben. Erst die Bettdecke, damit er aufstehen konnte, dann ein Hindernis in seinem Konsolenspiel, der Bösewicht in seinem Lieblingsfilm, der normalerweise seinen Lieblingscharakter kurz vorm Ende tötet. Am Ende geht er zur Arbeit und hebt das Schild mit seinem Namen ganz nach oben auf der Tabelle: ...

Das Dogma

So wie es aussieht

Ist es so wie ich es sehe

Ist was ich sehe die Regel

Im Allgemeinen

Verbirgt sich

Das „Meinen“

Hinter dem „All“.

So wie es vorkommt

Hervorgetreten aus der

Gemeinheit

Ist das Besondere

Besonders

Weil es mir vorkommt

Wie es ist.

„So wie es aussieht

So soll es sein“

Sonst könnt ja am Ende

Alles viel vielfältiger

Und ich viel

Blinder gar

Sein

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Auf ein Strandbild
So sieht Neid aus
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Auf den Blick
Von hier ins Paradies

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Und du kannst mich wieder
Reinziehen
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Gibt es nicht für
Für den andern Fensterblick

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Auf den Abend in der Strandbar
Nur weil grade keiner da war
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Gehn auf das Halbkreispanorama
ab 181 Grad wird es unerträglich lahmer

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waren gestern, heut geht mehr ab
denn ab
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nennt sich das Foto kaum noch Urlaub.

Schülerlotse und Verantwortung

"Früher hat es noch Schülerlotsen gegeben." "Früher haben sich Leute aus der Umgebung dafür bestimmt freiwillig gemeldet. Ich meine, ist ja kein Beruf sowas, oder?" "Waren andere Zeiten. Hat ja keiner mehr Zeit für an der Straße rumstehen und den Autos winken." "..." "Nein, im Ernst: hat keiner mehr Zeit." "Ich frag mich, ob es die Zeit ist oder, dass man dafür Verantwortung für andere übernehmen muss." "Die Leute, die immer sagen: "ich würd's ja machen, aber!" "Und Recht haben sie, ...

Wege

Wenn ich vor Wegen stehe
Verstehe ich wegen der Schatten
Die Wegführung nicht
Weil sie mich weg führt
Statt irgendwohin.

Wenn ich vor mir stehe
Versteh ich mir selbst im Weg
Und es formieren sich
Alle vor mir
Die mir einmal wegal waren

Leichtes Gepäck

Wir trugen am Anfang das Leben in unseren Koffern mit uns. Und wir zogen von Tag zu Tag. Immer den Bahngleisen folgend. Wurden wir müde, rasteten wir in jenen Hütten am Wegesrand, deren rückwärtiger Teil von dem Abrutsch der Schotterhalden begraben war. Wir öffneten unsere Koffer und genossen, was wir an Leben darin fanden. Mit der Zeit wurde immer mehr zum leichten Gepäck geladen. Wir hatten begonnen, alles Mögliche zu unseren Leben in die Koffer zu stopfen. Am Anfang lachten wir über das ...

Pfingsten

Sprich mit einer Zunge Tausend Sprachen Und ein Wort Trag mit weiten Flügeln Goldne Wahrheit fort. Dass die Welt erblüht Im Wahrheitslichtermeer Lieber noch ist jener Jünger mir Der den beseelnden Geist abwehrte Der da sprach: nein, lass mir Diesen Platz im Herz voll Leere Tausend Ohren will ich haben Tausend Sprachen zu verstehn Tausend ungelöste Fragen Und tausend Wege zu begehn Lieber bin ich auf der Suche Das wär mir meine Religion! Welchen Zweck hätt mir ein Glaube, Hätte ich Gewissheit ...