Stilles Glück mit meinem Sohn

Wir sitzen auf der alten Brücke
Werfen Steine in den Bach
Deine kleinen Beine schuckeln
Der Wald wird langsam wach

Der Morgenwind gesellt sich her
Bläht einen Blühtenschirmchenschwarm
Legt über uns den Himmelsatemflair
legst dein Köpfchen an meinen Arm

Lass uns blau den Himmel
Über uns hin ziehen
Lass uns der Welt ihr Sommerzimmer
Glücklich heut beziehen

Du und ich und diese eine Sekunde
Dieses eine Tiefgefällt
Deine Träume zeichnen bunte
Kritzelstriche um uns in die Welt

Gladiatoren

Gibt es heute noch Gladiatoren? In vielen Science-Fiction Büchern, in Comics, bei Zombiefilmen, überall schleichen sie sich ein in die Moderne. Das Essay dazu findet sich hier: Brot und Spiele Lust auf mehr? Hier eine passende Kurzgeschichte: Teil 1: Hier klicken Teil 2: Hier klicken ...

Das Wutmonster

"Ich habe Angst davor, dass einfach jemand Fremdes zu uns ins Haus kommt", erklärte sie mir. Sie lag im Bett, die Bettdecke bis zum Kinn hochgezogen. Sie war totmüde und ihr kleiner Mund wurde ganz groß, als ein unkontrollierbarer Gähnanfall ihren ganzen kleinen Mädchenkörper ergriff. "Keine Angst, es kommt niemand zu uns ins Haus. Wir haben doch die Haustür abgeschlossen und die Läden unten." "Mama hat mir von dem Krankenhaus im Wald erzählt.", sagte sie plötzlich. Ich lächelte gequält. ...

Steh auf

Steh auf

Deinen eigenen Wurzeln

Vor

Deinen eigenen Kulissen

Unter

Dem auf dich gerichteten Spotlight

Sonst

Spielst du nach anderer Götter Drehbuch

Fällst

In anderer Leben Schicksal

Unter

Fremden Schwertern

Und auf

Ungehörigen Bühnen

Spielt sich’s am schlechtesten.

Kenn deinen Text

Oder improvisier!

Hinter den Kulissen

Lauern die Augen deiner Zweitbesetzung

Schirm

Komm unter meinen Schirm. Es beginnt zu regnen. Obwohl der Himmel wolkenlos ist. Verrückt. Die Sommerregen können unangenehm sein. Komm ruhig näher. Sag mir, wohin wir gehen und verlass dich auf mich. Langsam sinken alle Farben nach unten. Die Stadt tauscht das Licht mit der Welt. An der Uferpromenade zünden sie Fackeln an, haben sie gesagt. In der Fußgängerzone wird es so dicht, dass kein Durchkommen mehr möglich ist. Sieben Bühnen mit vielen verschiedenen Acts. Da wirst du nicht nur zerdrückt, ...

Das Bäckermärchen

Man erzählt sich, dass in einem ganz anderen Land, weit, weit von hier entfernt, es jede Woche zu einem außergewöhnlichen Erlebnis kam. Und zwar in einer Bäckerei. Ein junger Mann, keine dreißig Jahre alt und sicher längst keine achtzehn mehr, betrat einmal die Woche eine kleine Bäckerei, in welcher man weder vor noch hinter der Theke genug Platz hatte, sich um die eigene Achse zu drehen. Er betrat den stets nach warmen Backwaren riechenden Laden mit einer gezogenen Klingenwaffe, ein sehr ...

Zwei Männer

  Ein Künstler ist immer bis zu einem gewissen Grad unschuldig – und schuldig, er ist wie ein Kind, das gescholten wird wegen einer Sache, in der es sich nicht schuldig fühlt – und das gelobt wird wegen einer Sache, die es gar nicht so lobenswert findet. (Heinrich Böll)    Niemand sah ihn an und das brachte ihm diesen einen Gedanken zurück, den er einmal zu Studentenzeiten gehört hatte. Es war eine Verballhornung von Brecht gewesen. Aber eine psychologisch verdammt gute, wie er fand: ...

Zieh!

Ich warte

Auf deinen Zug

Reagiere

Auf deinen Move

Verlasse

Dein sicheres Feld

Wir nähern uns

Der Antwort:

Wer ist der Sieger

Und wer ist der Held

Große Fragen

Kleine Leben stellen große Fragen Heben Welten aus den Fugen Große Leben wollen alles sagen Wissen doch selbst nicht, Wohin einst ihre Antworten sie trugen. Kleine Leben stellen Großes her Ordnen Großes um mit kleiner Kraft Großen Leben fällt das Kleinste schwer Weil kräftig ihnen alles rührt Und Chaos ihnen jede Ändrung schafft Kleine Leben denken groß großes Leben in Kanälen Ach Gott, wie denkt man denn bloß? Fragt sich jede Seite anstatt das Große mit dem Kleinen zu ...