Allgemein
Nacht – Paris, nahe bei Notre Dame, Seitengasse – September
Ich kann die Nacht
in der Distanz sehen
in der Distanz zwischen uns
Durch deine Augen
sehen die Straßen anders aus, es
sehen Schatten und Nacht
warm und ergeben
auf uns.
Die Feuer brennen im Himmelsleib
zu Ehren der Ferne.
Ich kann die Nacht
in uns spüren
während zwischen uns
sie sich ergießt
als gäbe es kein Morgen.
Rohe Zeit
In jeder Bedrohung verbirgt sich die Rohheit des Menschengeschlechts. In jeder auf Angst basierten Gewalttat keimt die Finsternis unseres Geschlechts. Der Abgrund unserer Natur öffnet sich in diesen Zeiten. Wir nannten es Terror, um dem Entsetzen einen Namen zu geben und um uns an das gewöhnen zu können, was uns die Kehrseite unseres Guten Lebens sein musste. Je mehr wir unter der Angst verrohten, umso mächtiger wurden die Drohgebärden aus dem allmöglichen Irgendwo.
2 – Familie
Einem Freund (J.)
Mein Freund,
der vergisst einen Schatten zu werfen,
Licht nicht mehr mag,
vergib dir selbst, ein letztes Mal.
Mein Freund,
der wenn er denkt, das Atmen genießt,
reinste Luft,
verlassen von Bild und Ton
Nicht mehr einsam
nur allein mit sich selbst.
1 – Vor Gericht
Sonnenstand
Von der Sonne zu weit entfernt
verlor ich mich selbst
und hoffte, gefunden zu werden.
Unter den Erden
Dem Ende so fern wie den Wolken
wie den Himmeln
und mit Handschlag und Lächeln
Tag um Tag Pakt für Pakt besiegelt
Wo die Schatten entspringen
verschwinden die Grenzen fortan
zwischen Schatten und Leib
Zu weit von der Sonne entfernt
Zu weit um zu finden
um gefunden zu werden
Hier verliere ich höchstens die Zeit
und die Zeit verliert mich.