3 – Die Anklage

  Judging by the look on the organ grinder, He'll judge me by the fact that my face don't fit. It's touching that the monkey sits on my shoulder. He's waiting for the day when he gets me, But I don't need no alibi - I'm a puppet on a string. I just need this stage to be seen. We all need a pantomime to remind us what is real. Hold my eye and know what it means. (James Blunt: Out of my mind)     „Ich lasse den Saal räumen! Ich lasse ... den ... Saal ... räumen!“, drohte der ...

Rohe Zeit

In jeder Bedrohung verbirgt sich die Rohheit des Menschengeschlechts. In jeder auf Angst basierten Gewalttat keimt die Finsternis unseres Geschlechts. Der Abgrund unserer Natur öffnet sich in diesen Zeiten. Wir nannten es Terror, um dem Entsetzen einen Namen zu geben und um uns an das gewöhnen zu können, was uns die Kehrseite unseres Guten Lebens sein musste. Je mehr wir unter der Angst verrohten, umso mächtiger wurden die Drohgebärden aus dem allmöglichen Irgendwo.

2 – Familie

    Wenige Tage, so stirbt die Rose. Vorübergegangen Ist sie; du suchest nun Rosen und findest den Dorn. (Unbekannt; Übers.: Herder)   „Kein Wunder, dass du so selten zu Hause bist!“, meinte Martin. „Dieser Lärm vertreibt die Lebenden.“, dann seufzte der hagere Gast, las eine Tonscherbe vom Boden und drehte sie zwischen den Fingern. „Ich werde nie verstehen, wie du diese Frau heiraten konntest.“ Sandra befand sich in der Küche. Seit Martin seinen Freund besucht hatte, ...

Einem Freund (J.)

Mein Freund,
der vergisst einen Schatten zu werfen,
Licht nicht mehr mag,
vergib dir selbst, ein letztes Mal.

Mein Freund,
der wenn er denkt, das Atmen genießt,
reinste Luft,
verlassen von Bild und Ton

Nicht mehr einsam
nur allein mit sich selbst.

1 – Vor Gericht

Ja, das Geringe und Schlechte, das kann man in Haufen erhalten Ohne Bemüh’n, schön eben der Weg, ganz nahe, da wohnt es. Vor die Vollendung jedoch haben Schweiß die unsterblichen Götter Hingesetzt; steil steigend und lang ist der Pfad, der dorthin führt, Und voller Steine zuerst; doch hast du die Höhe gewonnen, wird es leicht, auf ihm weiter zu gehen, so schwierig er anfing. (Hesiod) In all dem aufgeregten Lärmen saß Sokrates mit geschlossenen Augen. Die Hände ruhten sanftmütig auf den ...

Sonnenstand

Von der Sonne zu weit entfernt
verlor ich mich selbst
und hoffte, gefunden zu werden.

Unter den Erden
Dem Ende so fern wie den Wolken
wie den Himmeln

und mit Handschlag und Lächeln
Tag um Tag Pakt für Pakt besiegelt

Wo die Schatten entspringen
verschwinden die Grenzen fortan
zwischen Schatten und Leib

Zu weit von der Sonne entfernt
Zu weit um zu finden
um gefunden zu werden

Hier verliere ich höchstens die Zeit
und die Zeit verliert mich.

Ich weiß nicht, wem die Angst gehört

Ich weiß nicht, wem die Angst gehört. Sie ist losgelassen in den Straßen im Land. Du kannst nicht mehr richtig denken, weil die, die immer dafür da waren, dass sie für das Land gedacht haben und Experte darin waren, den Leuten vorzudenken, auf einmal nur noch Mist reden. So als habe die Angst zuerst Bei ihnen das Denken aufgefressen. Ich weiß nicht, wem die Angst gehört. Du kannst nicht mehr klar denken, weil überall alle in Panik sind sie laufen zwar nicht durch die Welt weil sie nicht ...

Ich, Teufel und Gott

Wenn es einen Gott und einen Teufel gibt, Will ich mir beide Seiten anhören, doch So wie ich mich kenne, werd ich den beiden Am Ende nicht so wirklich vertrau’n. Ich bin zynisch genug, zu verstehen, was Mir die Stimme von oben erklärt. Wie alles zusammenhängt, alles sich fügt und das Alles ein gewaltiges Bild ergibt. Dass wir letztendlich nur Zufall sind, jeder Augenblick ein Würfelspiel, die Regeln: Zwei Sätze auf ’nem Fetzen Papier. Die letzte Antwort: eine Frage des Stils: Gehst du ...

Sag’s nicht dem Bassisten

"Die Musik ist zu langsam zum Tanzen.", sagte sie mit der koketten Verachtung der Frau für den Fremden, grenzwertig höflich. "Verraten Sie es nicht dem Bassisten, aber der Drummer hat mir versprochen, noch in diesem Lied das Tempo zu steigern." Er zog sie auf eine Art in die Mitte, die ganz von ihrer Abneigung ablenkte. Das Tanzen lenkte sogar sie davon ab. Statt dessen gefiel sie sich einem endlosen Moment, wie sie sich in seinen Pupillen spiegelte, während sie sich um sich selbst drehten ...