Schirm

Komm unter meinen Schirm. Es beginnt zu regnen. Obwohl der Himmel wolkenlos ist. Verrückt. Die Sommerregen können unangenehm sein. Komm ruhig näher. Sag mir, wohin wir gehen und verlass dich auf mich. Langsam sinken alle Farben nach unten. Die Stadt tauscht das Licht mit der Welt. An der Uferpromenade zünden sie Fackeln an, haben sie gesagt. In der Fußgängerzone wird es so dicht, dass kein Durchkommen mehr möglich ist. Sieben Bühnen mit vielen verschiedenen Acts. Da wirst du nicht nur zerdrückt, ...

Signs

Ich lege meinen Arm um dich Ganz nah bei mir zu spürn Die Straße läuft auch ohne mich Woanders hin zu führn Der Regen malt seit Stunden Die Welt in Streifen an Die Fenster durch die Runden Auf unsrer Impressio Lebensbahn There are signs, which way to go There are signs, which way to stay Die Leuchtreklame blitzt Sterne Funkeln in den Tropfen auf der Sicht Verrinnt die Zeit. Komm wir gehen Nirgendwo hin als nur zum Licht. Die Himmel sollen stürzen Kann man überall, warum nicht hier mit mir Gibt ...

Woran Anna Levogt bei Schlaflosigkeit denkt

Ist mir nicht schade, dass die Grenzen immer mehr geschlossen werden. Mache keinen Urlaub in Europa. Im Flugzeug gibt's keine Grenzen. Außer die Sicherheitskontrollen am Airport. Alles in kleinen Fläschchen. Die großen Flaschen bleiben zu Hause. Und jammern. Köln war mal meine Lieblingsstadt. Heute alles nicht mehr mein Deutschland. In Israel ist wieder eine Drohne abgeschossen worden. Kriege sind heute nur noch für Elektroschrott. Soll man ruhig wieder aufrüsten. Nicht nur die großen Bomben. ...

Charly Villons Nachtgebet

Weil niemand meine Seele trinkt
und niemand meine Stimme hört
wenn ich erklinge
Nacht für Nacht, –

Weil niemand meinen Namen spricht
und niemand meine Angst erstickt,
die mich befällt
spür ich die Zeit

auf jeder Zelle meiner Haut
und atme Dunkelheit
tief in meine Lungen ein.

Ich warte – bald bricht die Nacht aus mir
Ich harre – wie süß die Finsternis doch schmeckt
wie süß – wie tot.